Freitag, 1. März 2013

Anna&Peter: nach mehr als sechs Jahren endlich ein Happy End

Das hier ist eine gesponnene Geschichte. Sie mag so oder so ähnlich in der Realität stattgefunden haben, vielleicht ist sie aber auch aus einem Buch, einem Film oder nur in meinem Kopf entstanden. Es ist einfach eine Geschichtenspinnerei.



Kinderwunsch - in einem gewissen Alter ein wohl alles bewegendes Thema. So wie auch aktuell bei mir. Darum schwirrt mir auch die folgende Geschichte momentan sehr im Kopf herum.

Sie und er - nennen wir sie Anna und Peter - sind schon seit vielen Jahren verheiratet. Gleich zum Anfang ihrer Ehe hatte Anna die Pille abgesetzt, weil sie beide so gerne eine Familie gründen wollten. Es dauerte nicht lange, da war Anna auch schon schwanger. Sie waren beide überglücklich.
Bald darauf bekam Anna einen dringenden Anruf vom Gynäkologen, der sie sofort in die Klinik einweisen ließ: Es war eine Eileiterschwangerschaft! Sie hatte keine Schmerzen, hatte nichts gespürt. Doch es war schon zu spät: nicht nur das Kind, auch der Eileiter war nicht mehr zu retten. Seitdem hat sie nur noch einen Eileiter.

Die Ärztin damals sagte zu Anna, dass sie es zwar nochmal normal probieren könnten, sie aber relativ sicher sei, dass die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Katastrophe sehr groß sei und sie vermutlich nur durch In-Vitro-Fertilisation, kurz IVF, wirklich schwanger werden könne.
Anna war irritiert und beunruhigt, fühlte sich aber auch bedrängt und bevormundet. Sie glaubte der Ärztin nicht und war sich sicher das alleine hinzubekommen.

Als wäre das Erlebte nicht schon genug, bekam Anna nun auch noch Hormonprobleme. Ihr Zyklus war unregelmäßig. Sie wusste nie genau wann der Eisprung war, da der Zuklus auch mal 35 und mehr Tage dauern konnte.
Anna und Peter versuchten alles mögliche, zuerst mit freien Mitteln: Temperatur, ClearBlue-Monitoring, Vitamine. Nichts!
Dann entschieden sie sich auch in die Kinderwunschklinik zu gehen. Dort gab es dann Hormone und Inseminationen. Auch nichts.

Nachdem sechs wertvolle Jahre ohne weitere Ergebnisse vergangen waren, entschieden sie sich, doch auch mal Peter zu testen. Das Ergebnis: seine Spermien waren zwar lebendig, aber bewegungsfaul. Sechs Jahre verschwendet, weil sie sich nur auf ihre Hormone und ihren fehlenden Eileiter konzentriert, aber nie die Möglichkeit in Betracht gezogen hatten, dass auch er der Grund sein könnte.

Es folgten viele anstrengende, nervenaufreibende und belastende Wochen mit Hormonbehandlungen und OPs. Genau: eine IVF-Behandlung!
Sie musste zuerst Hormone nehmen um viele Eizellen auf einmal zum Reifen zu bringen und wurde dabei zur streitlustigen und gleichzeitig heulenden Kratzbürste. Dann die Hormonbehandlung damit das befruchtete Ei angenommen werden kann. Dann das Hangen und Bangen ob das Ei sich einnistet. Und auch dann war es noch nicht klar ob sie das Baby auch würde behalten können, da gerade das erste Schwangerschaftsdrittel so unsicher ist.
Es war eine harte und belastende Zeit, für beide, und teilweise auch für die Beziehung.

Aber sie haben es geschafft: heute sind Anna und Peter stolze Eltern eines süßen kleinen einjährigen Buben.


Ein Gedanke bleibt: wieviel früher hätten sie schon Eltern sein können, wenn sie gleich daran gedacht hätten dass es beim Kinderzeugen immer zwei Parteien, also auch zwei "Fehlerquellen" gibt?
Und wie kann es nur immer wieder dazu kommen, dass alle Verantwortung und alle Tests stets nur auf dem weiblichen Part lasten - obwohl tatsächlich sogar bei einem Drittel der ungewollt kinderlosen Paare die "Schuld" beim Mann und ebenfalls nur bei einem Drittel bei der Frau zu suchen ist? Ist das die Angst vor dem "Verlust der Männlichkeit"? Oder pure Gedankenlosigkeit? Oder gar nur Bequemlichkeit?

Da das Thema mich momentan tatsächlich sehr beschäftigt, wird es vermutlich in Bälde mehr dazu geben.

1 Kommentar:

Denise hat gesagt…

Ja, da weiß ich garnicht was ich dazu schreiben soll.
So sehr mich mein Töchterchen aus der Bahn geworfen hat und mir Felsen in meinen Lebensweg geschmissen hat, so sehr liebe ich sie auch und so sehr bin ich auch dankbar dafür das mir dieses Glück einfach passiert ist und ich nicht durch diese Hölle musste durch die viele Familien oft ohne Happy Ende müssen.

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