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Samstag, 4. August 2012

Buntstift-Schafe auf Holz - eine kleine Anleitung

Nachdem ich mir jetzt so viel Mühe für eine Anleitung zum verschafschönern von Holzobjekten für das Spinnforum gemacht habe, dachte ich mir, da kann ich das ja auch hier zeigen - auch wenn ich aus Faulheitsgründen sogar den gleichen Text einfach rein kopiere. Hey, es ist Wochenende - da hab ich das Recht zum Faulsein!
Also los geht's!

Zuerst das Material zusammen sammeln:
- das zu bemalende Objekt (ich hatte spontan eine rohe Handarbeitsdose gefunden, als ich nach einem bemalbaren Objekt für die Anleitung gesucht habe)
- einen weichen Bleistift, dabei sollte alles ab 2B sehr gut funktionieren. Bei härteren Bleistiften besteht halt die Gefahr Furchen ins Holz zu drücken, da sollte dann am besten ohne Druck und nur ganz leicht gezeichnet werden - der Nachteil ist halt, dass man das dann kaum sieht.
- einen Radiergummi für den Fall der Fälle - den dann aber am besten nur in Richtung der Holzmaserung benutzen
- und Buntstifte. Ich habe hier drei sehr weiche Künstlerstifte in weiß, hellbraun, dunkelbraun und tiefschwarz und drei gewöhnliche Discounterbuntstifte in grün, rot und blau. Es geht natürlich auch komplett mit den ganz normalen Buntstiften aus dem Mäppchen des eigenen Kindes *g*



Am besten wäre es natürlich auch, wenn Ihr vorher noch auf einem Blatt Papier skizziert was Ihr überhaupt auf das Holz bringen wollt. Ich hab hier mal schnell ein paar Schafe für Euch zusammen gewurschtelt - der Fantasie sind dabei natürlich keine Grenzen gesetzt.



So, und jetzt geht's ans Eingemachte - ääähh - ans Holz! Muss ich da was dazu sagen, oder erklärt sich das von selbst?



Jetzt geht auch schon das Kolorieren los:

- Weiß für die Wolle und die Augen. Dafür wurde bislang auch der Augenpunkt nicht gezeichnet, da er sonst das gesamte Auge zu einem grauen Fleck verschmiert hätte. Evtl. kann es sogar notwendig sein, das gesamte Auge vorher nochmal weg zu radieren, damit es keinen Grauschleier gibt. Die Wolle wirkt übrigens durch kreisförmige Bewegungen beim Zeichnen richtig "wollig".
- Hellbraun für Gesicht und Ohren
- Dunkelbraun für die Beine
- Grün für das Gras - evtl. dabei unterhalb der Schafe etwas mehr Farbe aufbringen, damit durch die "Schatten" ein kleiner räumlicher Effekt entsteht.



Dann weiter mit grün die Wiese malen, vielleicht noch ein paar Blümchen dazu setzen, "wollige" Wolken malen und den blauen Himmel schraffieren. Ganz zum Schluss werden dann die Bleistiftkonturen mit dem schwarzen Stift nachgezogen. Dabei besonders an den Charakterstellen wie dem Mund und den Augen darauf achten, wie es gezeichnet wird. Da wirken Bruchteile von Millimetern schon wieder ganz anders. Die Augenpunkte bestimmen dann zum Schluss den Gesamtausdruck.



Ich habe dann noch einige weitere Figuren dazu gefügt: ein stolzes Mutterschaf mit Lamm, ein vergnügt rennendes Schaf mit flatternden Ohren und ein Gourmetschaf. Hier bin ich beim Kolorieren genauso vorgegangen wie in der oberen Beschreibung.



So, und mit den entsprechenden schwarzen Umrandungen ist das Werk dann schon fertig:



Ich hoffe, ich konnte Euch damit Mut machen es auch selbst mal zu versuchen. Das Gute ist ja, dass es bei dem Holz nicht auf Perfektion ankommt, dazu ist das Material einfach auch zu rau. Und ohnehin, gerade durch die Ungenauigkeiten wirkt das Bild doch erst so lebendig, oder?

Sonntag, 10. Juli 2011

Schnittmustererstellung für einen schwingenden Rock

Zuerst einmal möchte ich mich bei Euch allen für das überwältigende Feedback zu meinem Tellerrock danken! Ich war so überrascht dass dieser eigentlich doch total einfache Rock so einen großen Beifall bei Euch erzeugen konnte - und hab mich natürlich tierisch darüber gefreut!

Dafür möchte ich Euch heute danken!
Ihr wisst jetzt ja schon, wie Ihr einen Tellerrock erstellen könnt, aber vielleicht möchtet Ihr noch einen weiteren schwingenden Rock haben, für die Zeit wenn Euer Tellerrock mal wieder ein paar Runden in der Waschmaschine notwendig hat? Falls Euch mein schwingender Sommerrock gefallen hat, dann lest hier einfach nur weiter - und schon könnt Ihr Euch selbst so einen Rock nähen.
Ich selbst hatte das Schnittmuster übrigens auf Basis eines gekauften Rockes erstellt. Und: Klick auf die Bilder macht sie groß!



Zuerst einmal eine Erklärung wie der Rock selbst aufgebaut ist:
er besteht aus einem Überrock, der oben an der Taille mit einem Unterrock verstürzt ist. Der Überrock besteht aus zehn gleichen Bahnteilen. Der Unterrock besteht aus einem Bund (2 Teile), vier Bahnen und einem ewig langen Rüschenstreifen.



Ihr müsst also nur drei Schnittmusterteile erstellen.



Für die Rüschen des Unterrocks könnt Ihr einfach einen Streifen von etwa 13 cm (plus Nahtzugaben) Breite und, je nach gewünschtem Volumen, etwa 4 Metern Länge zuschneiden. (Die vier Unterrockbahnen ergeben unten einen Gesamtumfang von etwa 2 Metern.) Dieser Streifen kann natürlich auch aus mehreren Stücken zusammengesetzt werden.

Hier habe ich Euch mal eine Collage der im Folgenden gezeigten Schnittmusterzeichnungen mit den original Schnittmusterteilen erstellt. Die Größe des verwendeten Schreibblocks entspricht etwa DinA4. Den Bund konnte ich 1 zu 1 abzeichnen, die anderen Schnittteile habe ich mit halbem Maßstab frei Hand aufgezeichnet - das solltet Ihr also auch können ;-). Ich fürchte jedoch, dass es durch die Fotografierwinkel wenig Sinn macht, die Bilder als Schnittmuster auszudrucken. Leider habe ich keinen Scanner zur Verfügung. Für den Bund findet Ihr aber weiter unten noch einen kleinen Trick.

Übrigens: alle meine Angaben enthalten keine Nahtzugaben!



Schauen wir uns also als erstes den Überrock an:



Oben haben wir eine gerade Linie. Bei diesen kleinen Teilstücken muss die Bundlinie an dieser Stelle nicht abgerundet werden. Nehmt für dieses erste Maß den gewünschten Taillenumfang und teilt ihn durch 10. In meinem Fall hatte ich 7,5 cm genommen, also 75 cm Umfang - bei mir sitzt der Rock dadurch ein bißchen hüftig.
Nun durch die Mitte dieser Linie eine Senkrechte nach unten ziehen. In meinem Fall ist der Rock 51 cm lang. Unten ebenfalls wieder eine waagerechte Linie malen. Hier ist dann die gewünschte Breite vermittelt anzuzeichnen (in meinem Fall also 33,8cm). Die beiden äußeren Punkte sind jeweils von den oberen Eckpunkten aus im Abstand der Rocklänge anzuzeichnen. Zwischen den äußeren Punkten über den Mittelpunkt kann nun ein schöner Saumbogen gezeichnet werden. Dieser Bogen kann auch tiefer gezogen werden um einen Blütenblatteffekt zu erzielen.
Ich habe nun ein weiteres Maß (16cm) im Abstand von 20 cm von der oberen Kante angezeichnet, damit der Rock über den Hüften nicht versehentlich zu schmal wird. Nun also eine schöne schwungvolle Linie jeweils durch diese drei Punkte Zeichnen.
Dieses wird nun grob ausgeschnitten, an der Mittellinie gefalzt und dann einem symmetrischen Feinschliff unterzogen.

Kommen wir nun zum Unterrock. Zuerst das Rockteil:



Damit das Schnitteil auf meinem Block Platz hat, habe ich es einfach nochmal halbiert. Hier sehr Ihr also ein Achtel des Unterrockes. Ich denke, nach der Konstruktion des Überrockes dürfte Euch das jetzt nicht mehr schwer fallen. Im Unterschied zum Überrock sind hier jedoch die Seitennähre ganz gerade, ebenso wie dieses Mal auch oben eine leiche Rundung eingearbeitet wird. Wenn Ihr das nicht ganz gleichmäßig hinbekommt, ist es jedoch nicht so schlimm, da es sich ja hier nur um den Unterrock handelt. Auch hier wieder: nach dem Aufzeichnen grob ausschneiden, an der Mittellinie falten und dann nochmal sauber ausschneiden. Dieses Schnittteil ist nun entweder nochmal im Bruch aus dem Schnittpapier auszuschneiden, oder dann entsprechend aus dem Stoff.

Und nun zum nicht wirklich einfach erklärbaren Bundteil:



Also, Ihr könnt das hier irgendwie versuchen abzuzeichnen, könnt einen Bund von einem anderen Rockschnitt übernehmen - oder einfach das Rockteil des Unterrockes entsprechend um 6cm nach oben "verlängern". Dazu nehmt Ihr die fertige Viertel-Bahn, legt sie auf ein Stück Papier, und zeichnet erstmal den oberen Bogen auf. Nun werden die Seitenlinien nach oben hin um 6cm verlängert. Nun zeichnet Ihr an mehreren Stellen noch den Abstand 6cm vom Bogen her nach oben an und verbindet diese Punkte zu einem schönen Bogen. Jetzt das Bundstück grob ausschneiden, in der Mitte falten, symmetrischer Feinschliff wie gehabt. Das ist nun also ein Viertelbund, muss also entweder nochmal als halber Bund aus dem Schnittmusterpapier herausgearbeitet werden, oder dann eben aus dem Stoff im Bruch ausgeschnitten werden.

Fertig ist Euer Schnittmuster!

Ihr fragt, wie Ihr es nähen sollt?

Eigentlich ist das relativ einfach:
Alle Überrockbahnen an den Seitennähten zusammenfügen, den Reißverschluss nicht vergessen.
Je zwei Unterrockbahnen an den Seitennähten zusammenfügen, dann je ein Bundteil oben annähen. Jetzt können die beiden Unterrockhälften zusammengefügt werden. Dabei bitte beachten, dass in eine Seitennaht später noch der Reißverschluss eingefügt werden können muss.
Jetzt Über- und Unterrock an der Taillennaht verstürzen und knappkantig absteppen. Nun kann der Unterrock am Reißverschluss fixiert werden.
Den Rüschenstreifen säumen, und gerüscht an den Unterrock annähen. Dazu habe ich hier eine tolle Beschreibung gefunden: über die gesamte Länge des Rüschenstreifens innerhalb des breitesten Zick-Zack-Stichs einen Faden, z.B. Häkelgarn mitführen und den Stoff dann später mithilfe dieses Garns kräuseln.
So, jetzt ist nur noch der Saum des Oberrocks zu säumen (mein Stoff, ein leichter Batist, war so dünn, dass ich alle Säume einfach als Rollsaum gearbeitet habe - und bei festeren Stoffen wäre vielleicht Schrägband geeignet), und schon könnt auch Ihr unter dem Rasensprenger rumhüpfen!



Wenn Euch meine Anleitung gefällt, oder Ihr auch Verbesserungsvorschläge habt, freue ich mich auf jeden Fall über Eure Rückmeldungen. Und wenn Ihr dann wirklich selbst einen solchen Sommerrock geschneidert habt - meldet Euch doch bitte, denn ich bin echt neugierig, was Ihr daraus macht!

*****

PS: Mir ist klar, dass meine Erklärungen nicht unbedingt anfängertauglich sind. Wenn Ihr es wünscht, kann ich aber gerne nochmal eine bessere, bebilderte Nähanleitung erstellen, denn ich denke, dass ich mir ohnehin irgendwann nochmal so einen Rock nähen möchte.
Ich kann Euch auch anbieten, Euch das Schnittmuster in Papierform, vielleicht sogar auf Eure Maße angepasst, zukommen zu lassen - Ihr könnt mir ja was Schönes oder Nützliches zum Tausch anbieten.

Dienstag, 12. April 2011

12 von 12 im April - Tutorial: unsichtbares Flicken von Jeans

Nachdem die Anleitung in meinem letzten 12 von 12 anscheinend recht gut angekommen ist, verwende ich auch das heutige wieder um Euch ein kleines Tutorial zu präsentieren.

Heute will ich Euch zeigen, wie Ihr Eure zerschlissenen Lieblingsjeans fast unsichtbar flicken könnt. Diese Methode hatte mir die nette Besitzerin eines leider mittlerweile geschlossenen Stoffladens gezeigt - und ich war begeistert!

Natürlich gibt es viele Möglichkeiten, Hosen zu flicken. Aufbügelbare Jeansflicken und schöne bunte Applikationen sind dafür überall erhältlich. Auf der Jeans des liebenden Ehemannes macht sich ein buntes Blümchen aber nicht so gut, erst recht nicht im Schritt, und die gekauften Jeansflicken passen im Hinblick auf Farbe und Webart auch nur sehr selten. Ein farblich gut passendes Garn ist aber recht einfach zu finden und mit der folgenden Anleitung könnt Ihr Eure Jeans fast unsichtbar flicken.

Der Patient: Männes Lieblingsjeans.
Die zerschlissene Stelle im Schritt wird zuerst von links mit einem kleinen Rest Bügelvlies hinterbügelt.



Nun wird von rechts im Stretch-Zickzackstich quer zur Stofflaufrichtung über diese Stelle genäht, hin und zurück, bis alles bedeckt ist - ich glaube, so oft und intensiv hatte ich die Rückwärtstaste der Nähmaschine noch nie benutzt. Dabei auch an allen Seiten über die Ränder der defekten Stelle hinausgehen, damit der Stoff nicht gleich wieder genau neben der geflickten Stelle aufreißt.



Jetzt dem Hauptmuster des Jeansstoffes mit einem einfachen Geradstich folgen, vor und zürück, ebenfalls wieder mithilfe der Rückwärtstaste. Bei Männes moderner Jeans ist das genau senkrecht zu den Zick-Zack-Nähten, bei traditionellen Jeans wäre das leicht diagonal. Hier bitte die Nähte unregelmäßig lang machen, damit es kein starrer Block wird und dabei unbedingt über den Zickzack-Bereich hinausgehen lassen. Beides sichert den Stoff wieder vor einem Einreißen direkt neben der geflickten Stelle. Da es durch die angepasste Farbwahl auf der rechten Seite schlecht zu sehen ist (das ist ja grad der Sinn der Sache), habe ich noch ein Bild von der linken Seite der fertigen Arbeit hinzugefügt.



Und hier seht Ihr, wie die Jeans geflickt ausschaut: man sieht fast nichts mehr! Der Stoff ist dadurch zwar ziemlich steif geworden, jedoch fällt das beim Tragen zumindest in diesem Bereich nicht wirklich auf. Die Hose hat hat Männe mittlerweile auch schon zwei, drei Wochen im Praxistest - keine Beschwerden bislang.



Solltet Ihr Fragen haben oder Verbesserungsvorschläge für die Anleitung, schreibt mir bitte! Ich würd mich freuen!

Viel Spaß beim Nachmachen!

Und hier bei Caro findet Ihr, wer heute noch mitgemacht hat.

Samstag, 12. März 2011

12 von 12 im März - Anleitung: kompakt zusammengefaltete Getränkepackung

Ich nehm mal die 12 von 12 als Anlass um Euch eine super einfache aber total geniale Art zu zeigen, wie man Getränkepackungen wie Tetra Paks so zusammenzufalten kann, dass sie sich nicht wieder von alleine entfalten können und auch nicht immer die dünnen Plastikmüllsäcke ("Gelber Sack") aufschlitzen. Das hat mir mal eine Kollegin gezeigt. Soweit ich mich erinnere, meinte sie, dass das in Schweden (?) sogar die Kinder im Kindergarten oder in der Schule lernen. Ich hoffe, ich verstoße nich gegen die 12-er Regeln, wenn ich hier die 12 Fotos auf vier Bilder zusammenfasse?

Aber jetzt: Los gehts!

Falls die Packung einen Schraubdeckel hat, diesen am Besten aufmachen, damit die Luft beim Zusammenfalten aus der Packung entweichen kann. Die Seite mit dem Schraubverschluss muss vorne sein. Nun die oberen Ecken lösen und hochklappen.



Die Packung von oben her bis nach unten an den Seiten glatt streichen. Den Boden nach vorne klappen und dann die Seiten nach hinten umbiegen.



Die unteren zwei Drittel nach hinten klappen. Die zwei oberen Ecken der Packung in die durch das Umklappen des Bodens entstandenen Laschen stecken.



Nun kann auch der Deckel wieder aufgeschraubt werden. Hier seht Ihr nochmal den Vergleich der normalen Plattmachmethode und der nach Anleitung zusammengefalteten Packung.



Das ist wirklich stabil, das könnt Ihr mir glauben! So passt es in jeden Mülleimer und der Müllbeutel wird nicht mehr aufgeschlitzt. Viel Spaß beim Nachmachen!

Oh, total vergessen: Hier findet Ihr, wer noch mitgemacht hat!

PS: Und wem hier aufgefallen ist, dass ich da eine Packung Haferdrink zusammengefaltet habe: Ich mache gerade ein Selbstexperiment und verzichte mindestens zwei Monate auf sämtliche Milchprodukte, da es sein könnte, dass meine Migräne vielleicht daran liegen könnte. Und da ich Kaffee nur in Ausnahmefällen ganz pur mag, musste eben eine Alternative her. Mehr dazu und zu meinen Erfahrungen der milchfreien Ernährung vermutlich in meinem nächsten Post.

Sonntag, 21. November 2010

Tutorial: Fleece-Stulpen

So, jetzt da ich schon seit Juli hier schreibe, wäre es ja vielleicht mal angebracht eine Verlosung zu machen. Ich weiß nur nicht, was ich verlosen sollte, deshalb schenke ich Euch hier lieber ein Tutorial. Auf die Teaser-Auflösung müsst Ihr deshalb leider noch ein bißchen warten.

Passend zur kalten grauen Jahreszeit: Wie bastel ich mir bunte warme Fleece-Stulpen



Erstmal kommt das Schnittmuster.
Am besten sind natürlich Stulpen nach Maß, deshalb gibt es hier kein ausdruckbares Schnittmuster, sondern eine Anleitung, wie Ihr einfach und schnell ein eigenes passgenaues Schnittmuster herstellen könnt.

Erstmal hier noch eine Anmerkung: legt Euren Arm für das Schnittmuster so gerade auf das Papier, wie Ihr es hier seht



und nicht so abgewinkelt, wie es im Folgenden gezeigt wird!

Legt die Nicht-Schreibhand auf ein Blatt Papier und fahrt mit einem senkrecht gehaltenen Stift die Konturen der Hand ab.
Die Finger könnt Ihr dabei auslassen, es reicht, wenn Ihr die Zwischenräume markiert. Danach habt Ihr ungefähr sowas hier:



Jetzt sucht Ihr Euch markante Stellen an Eurer Hand aus, wo sie sehr breit, sehr dick oder auch im Gegenteil schmal und dünn ist. Da dann einfach Linien quer durch malen. Es gibt ja auch andere Handformen, bei einer Freundin von mir sind zum Beispiel die Händflächen kaum breiter als der Arm. Und bei kuscheligen weichen Frauen sind eben auch die Hände kuschelig weich - und haben da eben auch andere markante Punkte, die beachtet werden müssen.
Jetzt an der Position dieser Striche an der echten Hand, welche locker und normal gehalten werden soll, den Umfang messen. Messt außerdem noch den Umfang, den Ihr braucht um mit der Hand durchschlupfen zu können.



Bei mir, mit einer relativ "normalen" Hand (die kurzen Finger spielen bei Stulpen ja keine Rolle) sieht das dann so aus, wie Ihr gleich seht. Entlang der markierten Umfanglinien jeweils die Hälfte des jeweiligen gemessenen Umfanges einzeichnen. Denkt auch dran, unten, wo Ihr reinschlupfen werdet, den gemessenen Durchschlupfumfang anzuzeichnen.



Damit habt Ihr jetzt Euer Schnittmuster. Hier mal zum Vergleich das, das ich für das Tutorial (mit viel zu schräg gehaltener Hand) angefertigt habe, und mein "echter" Schnitt von den roten Stulpen:



Und nochmal ein richtiges gerades Muster, welches ich für meine Freundin angefertigt habe:



So, und jetzt gehts an den Stoff! Ich habe hier ein einseitiges Fleece, welches ich also doppeln muss. Legt den Schnitt so auf, dass die Stulpe querelastisch wird, also der untere Abschluss parallel zur Elastizität. Wenn Ihr den Stoff doppelt legt und mit Stecknadeln feststeckt spart Ihr Euch einige Schritte, da Ihr so nach dem Schneiden gleich mit dem Nähen loslegen könnt.



Schließt die Seitennähte und näht die senkrechte Naht entlang des Zeigefingers bis zum Daumenansatz. Abstehenden Stoff entlang der Versäuberungen abschneiden.



Je zwei der so gefertigten vier Teile ineinanderschieben, rechts auf rechts, feststecken und die obere Naht mit der Maschine schließen. Passt auf den Verlauf dieser Naht auf, da das die spätere Form über Euren Fingern bestimmt. Das ist eine fitzelige Angelegenheit, ich weiß! Dann wieder auseinanderziehen, die rechte Seite ist innen.



Nun muss die Daumenöffnung mit der Hand genäht werden. Dazu die beiden Schläuche aneinander legen, rechts auf rechts und mit der Hand nähen. Die Schnittkanten evtl. noch versäubern.



Nun könnt Ihr die Stulpen wieder auf rechts wenden und die untere Naht schließen.



Eigentlich wollte ich viel mehr und deutlichere Fotos zeigen - aber natürlich hat meine gute Kamera die Grätsche gemacht - der Akku war leer. Aber da ich unbedingt heute noch dieses Tutorial machen wollte, konnte ich nur diese verwackelten verpixelten farblich total unschönen Bilder mit Männes kleiner Kamera machen.



Dafür hier noch eine Collage der Fertigung der einlagigen babyrosa Stulpen, die ich vorher schon gemacht hatte. Nicht für mich, nein, das ist echt nicht meine Farbe ;-) Das war übrigens der Rand einer hässlichen Fleece-Decke, die mir meine Mutter anlässlich unseres Umzugs in das Haus damals zum Auspolstern gegeben hatte. Und da sie sie nicht mehr zurück wollte... Ich hatte so viel Nahtzugaben drangelassen, weil ich eigentlich Kappnähte machen wollte, also diese Nähte, mit denen auch Jeans-Seitennähte gemacht werden, aber dann habe ich es doch gelassen.



Ich hoffe, Ihr könnt mit dem Tutorial etwas anfangen. Ich freue mich auf jeden Fall über konstruktive Kritik!

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