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Mittwoch, 25. Mai 2011

Tipps zur milchfreien Ernährung

Zum Thema Milch hatte ich Euch ja einen zweiten Post versprochen, und eigentlich wollte ich ihn schon viel früher schreiben, doch uneigentlich...
Aber jetzt!

Wie gehe ich jetzt in der Praxis damit um? Welche Lebensmittel ersetzen die gewohnten Produkte mit Milch?

Zuerst die Trinkmilch. Es gibt Ersatz in Form von Drinks aus Soja, Hafer, Dinkel und Reis. Soja schmeckt mir persönlich so überhaupt nicht (das absolut schlimmste war eine Latte Macchiato mit Sojamilch *schüttel*), außerdem führt Sojadrink bei mir zu Blähungen - und darauf kann ich verzichten. Ich benutze Hafer- und Reisdrink, allerdings nur in meinen Kaffee. Am Anfang schmeckt das recht ungewohnt - aber auch sehr lecker, gerade da diese zwei "Milchs" durch den Herstellungsprozess ein bißchen süß sind. Als Milchersatz für Trinkschokolade kann man sie auch gut benutzen. Ich nehme an, dass Dinkeldrink ähnliche Eigenschaften haben müsste, wie die beiden anderen, habe es selbst jedoch noch nicht getestet.

Mit überreifen Bananen hatte ich mir immer gerne einen Bananenmilchshake gemacht. Das geht natürlich auch mit den verschiedenen Drinks, ich liebe jedoch eine andere Variante: Cashew-Kerne etwa einen halben Tag oder über Nacht in Wasser einweichen, dann gut pürieren, erst dann die Banane hineindrücken und weiter pürieren. Evtl mit der Banane zusammen auch Zimt, Kakao, Vanille oder andere Gewürze hinzufügen. Zucker ist jedoch bei reifen Bananen nicht notwendig. Diese Cashew-"Milch" lässt sich bestimmt auch noch zu anderen Shakes verwandeln.



Ich habe auch schon Grießbrei gekocht, jedoch nicht mit Milchersatz, sondern mit Kokosmilch, welche es meist in Dosen für die asiatische Küche gibt. Das schmeckt natürlich wirklich anders als normaler Grießbrei, aber auch sehr lecker. Ich würde nur raten, die Prise Salz auf keinen Fall zu vergessen.
Kokosmilch eignet sich auch gut als Sahneersatz in Saucen - es schmeckt dann halt ein bißchen exotisch. Allgemein empfiehlt sich die Orientierung an der asiatischen Küche, da dort traditionell wenig bis gar keine Milch verwendet wird.

In vielen Rezepten, z.B. Pfannkuchen, Rührteig, usw. lässt sich die Milch durch (Mineral-)Wasser und evtl. Öl ersetzen. Dazu gibt es viele Rezepte im WWW. Was ich noch herausgefunden habe: in einer Quiche hätte laut Rezept Käse sowohl in den Mürbteig, als auch in die Eimasse hineingehört. Stattdessen einen guten Schluck Sojasauce, das schmeckt ebenfalls super, fast wie gebackener Emmentaler.

Zum Thema Kuchen und Süßigkeiten. Bisquit ist super, da er nur aus Mehl, Ei und Zucker besteht, also auch Löffelbisquit als Nascherei zwischendurch. Auch viele Mürbteigplätzchen (Zutatenliste!!!) sind oft nur mit pflanzlichem Fett gebacken, besonders eben auch wieder Bio-Produkte. Zu Hause ist es klar: Butter durch Margarine oder Pflanzenöl ersetzen.



Weil wir grad bei der Butter sind: Aufs Brot hatte ich mir zuerst immer Margarine geschmiert. Es gibt aber auch verschiedene Nuss-Muße (Mandel, Erdnuß, ...), die sehr gut zu Marmelade schmecken und ebenso wie Butter das Brot "abdichten".
Und allgemein liebe ich pflanzliche Brotaufstriche, am liebsten die auf Sonnenblumenkernbasis. Mmmmhhh... Rucola, Bärlauch, Tomate, Gemüse, sogar exotischere Geschmacksvarianten wie Chili-Mango. Und auch hier wieder: Bio-Supermarkt. Wobei auch mancher normaler Supermarkt mitlerweile in seiner Bio-Ecke diese leckeren Aufstriche hat.

Zurück zu Süßigkeiten: Ich liebe mittlerweile ja ohnehin Bitterschokoladen (gaaanz wenig naschen, auf der Zunge zergehen lassen, genießen!), aber gerade Kinder können damit noch nicht viel anfangen. Ich habe aber in meinem Bio-Supermarkt eine Marke entdeckt, die Voll"milch"- und weiße Schokolade (und auch eine Nuß-Schoki?) mit Reismilch herstellt. Klingt komisch, ich weiß, schmeckt aber wirklich super! Fast wie die gewohnte Schoki. Ich kann sie nur empfehlen. Aber natürlich hab ich die bislang nur als Tafelschoki gesehen, nicht als witzige Figuren oder Pralinen oder so.

Naja, und was mich wirklich wurmt: Pizza. Es geht ja kein Käse! Ich habe zwar schon Beschreibungen über einen sogenannten Hefeschmelz gelesen, habe mich bislang aber noch nicht dazu aufgerafft, das auszuprobieren. Aber wenigstens Aufläufe gehen: einfach halt mehr Eier verwenden und den beschriebenen Schluck Sojasauce rein!

Ich könnte noch sehr viel darüber berichten, aber ich glaube, das muss für heute reichen. Das war ja ohnehin schon viel Lesematerial, wenn Ihr überhaupt bis hierher durchgehalten habt *g*. Ich beantworte Euch aber auf jeden Fall gerne alle Eure Fragen, auch per Mail. Wenn Ihr möchtet, kann ich auch gerne das eine oder andere Rezept posten. Ich weiß nur immer nicht, ob Euch das überhaupt interessiert...

Allgemein kann ich Euch mitgeben: egal was Ihr an Nahrungsmitteln aus welchen Gründen auch immer meiden müsst, es gibt immer noch genug Möglichkeiten, Abwechslungsreiches, Leckeres und auch Gesundes auf den Tisch zu bekommen - manchmal zwar mit etwas mehr Aufwand verbunden - aber diese Zeit für die eigene Gesundheit ist doch immer noch besser angelegt als im Fernsehgucken, oder?

Dienstag, 17. Mai 2011

Keine Milch, bitte...

Ich hatte Euch ja schon lange versprochen gehabt, dass ich von meinem Milchexperiment berichten würde. Nun, jetzt wirds endlich Zeit, oder?

Auf meinem schon erwähnten Gesundheitsseminar im Januar hatte ich ein Gespräch mit dem Seminararzt. Er ist so ein Typ, der die Gründe von körperlichen Beschwerden immer auch in der Ernährung sucht. Ich habe ihm von meiner Migräne berichtet, die ich garantiert immer an einem bestimmten Tag im Monat habe, und außerdem auch noch an stressigen Tagen, bei Wetterumschwüngen, bei greller Sonne, drückender Luft oder auch einfach nur so. Er meinte, seiner Meinung nach läge das an einer Lebensmittelunverträglichkeit. Er nannte dann Milch, Schweinefleisch, Zitrusfrüchte und Äpfel. Es könnte aber auch jedes andere Lebensmittel sein. Da ich bis dato viele Milchprodukte verzehrt hatte, jedoch nur wenig Schweinefleisch, habe ich mir das einfach mal als erstes herausgepickt, um zu testen, ob es besser wird, wenn ich eine bestimmte Zeit darauf verzichte. Diese bestimmte Zeit musste in Monaten gemessen werden, da bei mir eben auch dazu ein direkter Zusammenhang besteht, also habe ich mir vorgenommen, das zwei bis drei Monate durchzuziehen.

Im Februar habe ich angefangen, bin jedoch zwischendurch zweimal "rückfällig" geworden und zähle deswegen erst ab 1. März. Seitdem bin ich sehr konsequent dran. Bis auf eine einzige Ausnahme am letzten Freitag auf der Gartenausstellung (sooooo ein leckerer Erdbeerkuchen - es ging einfach nicht mehr, da zu widerstehen, nach sooo langer Zeit!!!) habe ich durchgehalten.

Was gehört dazu? Klar, keine Milch trinken, keine Butter aufs Brot, keine Sahne auf den Kuchen. Aber auch der Kuchen muss ohne Butter und Milch hergestellt sein. Statt Milch nehme ich Hafer- oder Reis-Drinks (Sojadrink schmeckt mir nicht und verursacht extreme Blähungen) in den Kaffee, statt Butter gibt es Margarine, und das mit dem Kuchen kriege ich auch noch hin.
Aber jetzt geht es weiter: wusstet Ihr, dass auch in Wurst Milch drin ist? Auf Kartoffelchips? In vielen, vielen Backwaren, egal ob herzhaft oder süß? Schaut einfach mal auf die Zutatenliste: Milcheiweiß, Milchzucker, Süß- oder Sauermolkenpulver, und das in Dingen von denen Ihr das gar nicht denkt. Wienerle. Backerbsen. Und selbst auf einer Baiserpackung habe ich Milcheiweiß gelesen - und ich dachte, damit könnte ich meinen Milch- und damit Sahnelosen Geburtstagskuchen ein bißchen aufpeppen... Anscheinend sind diese Milchbestandteile so billig, dass es sich für die Industrie lohnt, damit Fleisch- und Eibestandteile zu ersetzen und ordentlich Profit zu machen. Und wir essen das ohne nachzudenken. Aber ich schweife ab...
Also, im Laden ist der Blick auf die Packung absolute Pflicht. Gerade Fertigprodukte sind meist nicht geeignet. Die besten Erfahrungen (also die größte Auswahl für mich) habe ich im Bioladen gemacht, allerdings kann man sich auch da grad bei den "Billigmarken" nicht wirklich drauf verlassen. Dieses Zutatenlistenlesen hält zwar ein bißchen auf, aber das geht ja noch. Ich hatte letzte Woche sogar eine super Erfahrung an der Wursttheke meines Bioladens, denn ich hatte nur gefragt, ob in der Wurst Milch drin ist, hatte schon mit irgendeinem "Sorry , keine Ahnung" gerechnet - da schaut doch der Verkäufer neben sich in einen Ordner, blättert und liest mir die Zutatenliste vor. Echt toll!
Am besten und einfachsten ist es, wenn selbst aus einfachen Zutaten gekocht wird. Also Nudeln abkochen, Gemüse schnibbeln und beherzt ins Gewürzregal greifen, und alle Gewürze und Kräuter einzeln rein tun anstatt einen Beutel Schnell-aber-Synthetisch-DIN-sonstnochwas-Geschmack mit Wasser anzurühren. Je nach Gericht dauert das dann nicht mal soo viel länger als das Fertig-Zeug.



Aber dann kommt ja schon die nächste Hürde: das Auswärts essen. Selbst wenn weder Sahne noch Käse in der Speisekartenbeschreibung steht, weiß ich ja nicht, ob der Koch es nicht doch gut meint und das Gericht mit Butterschmalz anbrät oder noch einen leckeren Schuss Sahne rein tut. Eigentlich ja löblich, nur nicht in diesem Fall. Tja, da bleibt nur die Extrawurst-Frage und/oder wirklich der Verzicht. Oder ein Salat, bitte nur mit Essig und Öl, und ohne Käse, aber gerne mit Schinken, Thunfisch und Ei. So ist es ja nicht. Auch ein Eis ist erlaubt, aber eben nur ein (Frucht-)Sorbet, und auch nicht in der butterhaltigen Waffeltüte.
Und den Kuchen vom Kollegen anlässlich seines Geburtstages kann ich auch nicht essen, genausowenig wie das belegte Wurstbrötchen (Butter!!), da bleibt mehr für die anderen. Auch wenn ich zu Besuch bin, freu ich mich, wenn es nur Brotzeit gibt, denn dann kann ich selbst entscheiden, was ich esse. Zur Not eben trockenes Brot mit einer Scheibe Schinken. Ansonsten muss ich eben vorher dem Gastgeber Bescheid sagen, oder mir selbst eine Notbanane mitnehmen.

Jetzt noch zu meinem heutigen Stand.
Meine Migräneanfälle kamen noch, waren aber nicht so stark wie vorher. Wobei ich sagen muss, dass diese Besserung auch durchaus nur Einbildung sein kann, es ist halt nur mein subjektives Gefühl. Letzte Woche Mittwoch und gestern hatte ich jeweils nochmal eine schwerere Migräneattacke, aber das lag definitiv am Wetter, da hatten auch viele Nichtmigräniker in meinem Umkreis schlimme Kopfschmerzen.
Ich fühle mich auf jeden Fall durch den Verzicht jetzt nicht irgendwie schlechter. Gut, ich habe abgenommen, das liegt aber nicht an der Milch, sondern daran, dass halt diese vielen kleinen Leckereien zwischendurch nicht mehr gehen. Schokoriegel, Kekse, Eis, vieles davon enthält Milch. Und davon hatte ich vorher immer den einen oder anderen abends zwischendurch verputzt. Jetzt gehen Löffelbisquit und Bitterschokolade, davon kann ich dann aber auch nicht viel nehmen. Und ich habe irgendwie auch kein so rießiges Bedürfnis mehr danach. Es ist nur richtig krass, dass ich noch vor einem Jahr fast 64 gewogen habe und jetzt bei knapp über 56 bin. Nur durch die Umstellung auf gesunde Ernährung, und die letzten zwei Kilo durch den Verzicht auf Milch. Beschweren will ich mich darüber jetzt nicht, aber ich weiß, dass es jetzt nicht mehr weiter runter gehen sollte. Männe hat auch schon sein Veto eingelegt *g* Bis hierher, und nicht weiter!

Aber an sich fühle ich mich richtig gut, esse viele pflanzliche Fette, auch das eine oder andere Ei mehr als vorher und habe meine Vielleicht-doch-Vegetarier-Werden-Pläne erstmal ganz nach hinten geschoben. Wobei ich weiterhin nur sehr wenig Fleisch esse, und alles Tierische ist natürlich Bio.

Ich mache hier jetzt erstmal einen Break und stelle diesen Post jetzt so online. Im nächsten Post werde ich dann mehr über die jeweiligen Lebensmittel und das mögliche Spektrum berichten.

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