Nachdem Nicole und Ida nach dem Sinn des Wasserlochs bei meiner Kräuterspirale gefragt haben, möchte ich Euch heute kurz eine Erklärung zu Aufbau und Funktion einer Kräuterspirale geben.
Eine Kräuterspirale ist eine sogenannte Permakultur, also ideal für faule Gärtner wie mich. Sie ist so konzipiert, dass sich durch die verschiedenen Ebenen und Bodenbeschaffenheiten mit der Ausrichtung nach Süden verschiedene "Klimazonen" ergeben:

Ganz vorne, unten im Süden ist der Miniteich. Hier können (angeblich, das hab ich natürlich noch nicht ausprobiert) Wasserminze und Brunnenkresse angebaut werden.
Der untere Ausläufer der Spirale muss direkten Kontakt mit dem Wasser haben, also sollte an dieser Stelle das Substrat bis ins Wasser reichen. Das ist die Feuchtzone, z.B. für Schnittlauch, Kerbel und andere feuchtigkeitsliebende Kräuter.
Weiter oben und dann in der "Nordkurve" entspricht der Boden unseren mitteleuropäischen Verhältnissen: humoser Boden, halbschattig und etwas schattig. Hier wachsen Petersilie, Pimpinelle und Melisse.
Dann geht es wieder zurück in die Sonne, ans Mittelmeer, da gibt es gut drainierten sandigen kalkhaltigen Boden, der sich ideal für Salbei, Thymian und Lavendel eignet.
Der kleine Teich ist Wasserlieferant für die Feuchtzone, Vogel- (und Flokati-)Tränke und außerdem auch ein Spiegel, der das Sonnenlicht direkt in die Mittelmeerzone spiegelt.
Die Steinwände heizen sich in eben dieser Mittelmeerzone auf und spenden zusätzliche Wärme für die sonnenverwöhnten Kräuter.
In den Zwischenräumen der Steine finden Insekten eine neue Heimat (bei mir sind es viele Hundert- und Tausendfüßler und auch viele Spinnen und Schnecken).
Wenn die Kräuterspirale gut angelegt ist, hält sie ewig und braucht wenig Pflege (Unkraut zupfen und so, das Übliche halt). Bei der richtigen Kräuterauswahl überleben auch alle den Winter, so dass es sich auch um eine einmalige Investition handelt. Da die Kräuterschnecke auch nur einen Platzbedarf von etwa 3 Quadratmetern hat, passt sie auch super in die kleinsten Gärten. Es sollte bei der Bepflanzung nur beachtet werden, dass manche Kräuter wegen ihrer Dimensionen (Liebstöckel), fehlender Winterhärte (Rosmarin), wegen extremer Wurzelausläufer (Minze, Estragon) oder auch wegen ihrer Wirkung auf andere Pflanzen (Wermuth) gar nicht oder nur mit sehr viel Vorsicht für die Kräuterspirale geeignet sind.
Also, ich bin überzeugt von diesem Konzept, zumal ich es auch wirklich schön finde. Ich hab meine auch nicht in den abgeschiedenen Gemüsegarten gebaut, sondern ganz prominent direkt vor die Terasse, in den Rasen. Ich find sie schön! UUUUND: da trampelt mir kein Hundi mehr durchs Kräuterbeet!
Da ich grad selbst erst mit diesem Thema anfange, und also bislang nur theoretisches Wissen besitze, würde ich Euch raten, erstmal selbst im Internet zu recherchieren, Stichwort Kräuterspirale. Ein guter Einstieg ist dabei schon mal
diese Seite.
Ich werde Euch auf jeden Fall über mein Projekt auf dem Laufenden halten. Falls Ihr es auch in Angriff nehmen solltet: berichtet doch bitte darüber! Ich bin neugierig!